Von Unterhosen und Unterrichten

…oder: das Lob der Andersartigkeit.
Da habe ich doch nach langer Zeit wieder einmal einen kompletten Waschzyklus vollendet. Was heisst: Wäsche sortieren, Wäsche waschen, Wäsche hängen, Wäsche holen, und jetzt kommts, Wäsche schliesslich falten und versorgen. Oft komme ich nicht über Stufe 4 hinaus, mangels Zeit, Energie oder Geduld. Mit letzterer konfrontierte ich mich heute tiefenpsychologisch, weil ich in der Waschküche unerwartet auf einen inneren Widerstand stiess, als ich an eine potentielle Vollendung des Waschganges dachte. Rasch war ein Trick zur Hand. Es galt, ein inneres Muster zu überlisten: Anstatt 3mal hoch- und runterzulaufen (nein, die Waschmaschine steht nicht in meiner Wohnung) entschied ich mich für 1mal. Dies bedeutete, die überdurchschnittlich hohe textile Menge von 2 Bettgarnituren, 25 Paar Unterhosen, 6 Bustiers (wobei die Sport-BHs aufgrund erhöhter Stützverpflichtung besonders massiv gehalten sind), 5 Unterleibchen, 12 Sweatshirts, 4 T-Shirts, 5 Frotteetücher, 10 Küchentücher, 5 Pullis, 3 Paar Jeans, 12 Paar Socken und 2 Paar Strumpfhosen zuerst einmal überwiegend knitterfrei, dann aber auch noch verkehrstüchtig in einem durchschnittlich grossen Wäschekorb zu platzieren und vom Kellergeschoss in die 2. Etage zu befördern. Wieder einmal kam meine maskuline Schulterpartie zum Tragen, und erneut erfuhr ich einen Grund mehr, eine starke Frau zu sein. Im Schwung, mit dem ich infolge versperrter Sicht mehr oder weniger in die Wohnung hineinstolperte, war dann auch der Wechsel von Stufe 4 zu Stufe 5 geschmeidig.
So, und jetzt galt es, Schicht um Schicht abzutragen und damit ordentlich meinen IKEA-Schrank zu füllen. Wenigstens zeichne ich mich bereits durch eine gewisse Routine in Stufe 5 aus – wenn auch diese oft erst bis zu 18 Tagen nach den vorhergehenden Waschphasen eintritt. Eigentlich müsste man bereits von Effizienz sprechen, da ich mir seit einiger Zeit die Bettphase erspare. Vorbei die Zeiten, als ich zuerst noch kamasutrisch verrenkt auf dem Bett sass, Textilien faltete, damit wacklige Stofftürme bildete und infolge zunehmender Erschöpfung in dieser ehemaligen Stufe 5 bei Teilschritt a verharrte, wobei 5b (das Einräumen in den Schrank) meist um einige Zeit verzögert stattfand. Leicht gereizt über meine eigene Ungeradlinigkeit und somit ziemlich unwillig kam ich dann jeweils ans Ziel.
Die Bettphase ist nun also zu einer Stuhlphase geworden. Der Wäschekorb thront auf dem IKEA-Hocker. Nun kann ich mich körperlich voll entfalten und muss lediglich leichte Drehbewegungen ausführen. Die Wäschestücke gelangen so ohne Umschweife direkt vom Korb ins Möbelinnere.
Ich liebe Ordnung, ich verstehe sie aber als Ziel. Als ein Mittel seien die IKEA-Schubladenteiler erwähnt. Ich verwende sie für Socken, Strumpfhosen, Gürtel und natürlich Unterhosen. Auch bei den Unterhosen habe ich eine grosse Entwicklung durchgemacht. Einstmals war die Stufe 5 des Wäschezyklus eng mit der Farblehre Johannes Ittens verbunden. Ich konnte mir – ja ich musste mir damals - diesen aesthetischen Anspruch leisten aufgrund der Farbenvielfalt meiner Unterwäsche. Also: alle rosaroten Höschen zusammen, alle weissen nebeneinander, die Blautöne in eine Kolonne, usw. Nun hat dies aber jeweils die Auswahl beim eigentlichen Einsatz der Wäsche bedeutend erschwert, denn jeder Gestalter weiss: Farbe und Form bilden eine Einheit, und das stoffliche tut das Seine dazu. So musste ich dann jeweils in der Farbgruppe noch weitere Entscheidungen treffen: synthetisch oder Baumwolle, viel oder wenig Stoff, transparent oder blickdicht, uni oder verziert, bestickt oder bedruckt?
So spürte ich heute mit Genugtuung, wie sehr ich mich bereits verändert habe: Längst sortiere ich nicht mehr nach Farben. Der Einordnungs-, Wiedererkennungs- und Auswahlprozess hat sich somit massiv beschleunigt und vereinfacht.
Und schliesslich ist das auch in der Schule so: je unterschiedlicher die Jugendlichen sind, die miteinander eine Klasse besuchen, desto stärker sticht das Eigentümliche, Charakteristische und Spezielle heraus. Wir nehmen Individuen wahr. Heterogen sind diese Klassen. Man will heute die Vielfalt als Chance verstehen, weil man an ihre Grenzen stösst. Doch andererseits kann es Sinn machen, das Gleiche an einem Ort zu konzentrieren, SchülerInnen gleicher Muttersprache in einer Klasse zu vereinen, um trotz Verschiedenartigkeit nachhaltig zu lehren und zu lernen.
Hier wie dort stellt sich die Frage: Wie organisiere ich Vielfältigkeit, damit sie bereichert und nicht blockiert? Wie gehe ich mit Ungleichem um, so dass es sich frei entfalten kann und wir es als ungleich wahrnehmen und schätzen? Und unter welchen Bedingungen kann dabei ein bewegliches Ganzes entstehen, eine Gruppe, die eine Gemeinsamkeit bildet?
Mittlerweilen habe ich die Schubladen und Türen meines Schrankes geschlossen, den Wäschekorb geleert. Es ist vollbracht. Doch wiederum ist es mir nicht gelungen, den Wäschezyklus in einem Zug von Stufe 1 – 5 zu absolvieren. Zu lange habe ich mich schreibend auf der Metaebene aufgehalten.
Einfach ist es nicht, Unterhosen und Unterrichten zu vergleichen. Zu plump wirkt die Gegenüberstellung. Vielleicht ist sie auch einfach einmal anders. Wie wir alle.
Was ist ein Blog?
Oops, I do it again….
Mit einem Word-Dokument hat alles angefangen…und schon gehöre auch ich zum erlauchten Kreise der Blogger. Über Nacht bin ich zu einem Schaufenster meiner Gedanken gekommen. Was stelle ich darin aus, was lasse ich hinten im Lager? Schliesslich soll bloggen nicht zur neuen Hemmungslosigkeit oder zu virtueller FKK ausarten. Auch beim Bloggen muss nicht alles gesagt werden.
Mit den Vierbeinern gehts weiter: In Poitiers hat ein Hund geschossen, was zwei verletzte Personen zur Folge hatte. Und drei Fischer in Nauru verdanken einem Hai ihr Leben. Wer detaillierter staunen will, liest die BaZ von gestern, Seite 42.
Nicht um Leben oder Tod, wenigstens aber um die Physis ging es offenbar auch im Wetten-dass vom Wochenende: In ihrer Busenwette hat eine Baselbieterin ihre 50 Begleiterinnen allesamt an ihrem Decolleté (bleiben wir doch beim “c”) erkannt. Dass der Erlös an die Krebsliga weitergereicht wird, ist wenigstens erfreulich. Um der Sendung vielleicht noch einen minimalen pädagogischen Mehrwert abzugewinnen, müsste sich unsereiner nun fragen: Erkenne ich meine Liebste am Decolleté oder meinen Partner an seinem Brusthaar? Als Vorübung empfiehlt sich ein Blick ins Wiki (mit “k”), sozusagen als Einstieg oder aber als totaler Ablöscher.
The dog blog
Dies ist der Versuch, einen Blog zu starten.
Was mich momentan besonders beschäftigt, sind Hunde. Viele Menschen geben sich intensiv mit Hunden ab, einige frisieren sie sogar. Da ich keinen besitze, widme ich mich ihnen aus Distanz, rein kognitiv, was ungleich schwieriger ist. Obschon man den Hunden gar nicht entkommen kann. Weshalb ich diesen Blog schreibe.
An einem sonnigen Tag wie heute strömte das Volk auf die Spazierwege und Uferpfade, mit Kind, Kegel und Vierbeiner. Plötzlich stieg eine Ahnung in mir auf: Könnte es sein, dass Hunde immer kleiner werden? Sie erscheinen mir bei jeder Begegnung weniger voluminös, dafür aber putziger – oder bin ich nochmals ein Stück in die Höhe geschossen? Na jedenfalls wirken Hunde auf mich immer katzenähnlicher. Diese Ahnung gelangte in mein volles Bewusstsein, als ich heute nach langer Zeit wieder einmal einem Sennenhund begegnete, gross, haarig und kräftig. Ein richtiger Hund eben, kein handtaschengrosses Mietzewauwau, das beinahe verloren geht, lässt man es von der Leine. Und so kam ich auf die Idee, mir auszurechnen, wie viele von diesen neuartigen Minihunden in so einem ursprünglichen, nicht ganz, aber doch beinahe hüfthohen Tier Platz hätten. Ich kam auf ca. 50 Stück.
Da Hundchen auch mal mit Herrchen auf Reisen geht, stellt sich nun die Frage nach den Zulassungsbedingungen im Flugzeug. Vermutlich ist das Problem mit der Festlegung einer maximalen Gewichtsgrenze zu lösen. Versuchen wir es mal mit 60 kg. Wenn da einer mit einem Schäferhund kommt, geht das ja noch, eine kompakte, saubere Sache. Jetzt stellen Sie sich aber vor, ein Hundebesitzer geht an die Grenzen und will voll profitieren – und nimmt gleich seine 50 geliebten Miniaturhündchen mit. Und da er mit einer Anklage wegen Tierquälerei rechnen müsste, wenn er sie alle in eine Dogbag quetschen würde, bindet er jedes der 50 Hündchen fein säuberlich an eine Leine. Die maximale Gewichtslimite wäre wohl nicht überschritten, aber ob sie es überhaupt bis zum Euroairport schaffen würden? Wie gesagt, der Schritt vom Hund zur Katze erscheint mir heute nicht mehr gross, und er ist umso kleiner, wenn einer mit einem Hundeknäuel einchecken will.
Welcome to Ama's Blog
Thank you for taking the time to visit my blog! I just moved in, so things are still a bit untidy, but feel free to peek around and come back soon for more. See you around!


